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Globalisierung
Die weltweite, wirtschaftliche Verknüpfung und Kommunikation bringt nicht nur Vorteile mit sich. Ihre Auswirkungen sind bereits im privaten Umfeld sichtbar, werden aber von einigen immer noch ignoriert.
In erster Linie erfreuen wir uns natürlich sinkender Preise, die durch schnelle weltweite und kostengünstige Transporte möglich sind. Regionale Unternehmen sehen sich jedoch immer mehr einer daraus resultierenden steigenden Konkurrenz ausgesetzt, der sie meist unterliegen, da sie nicht so kostengünstig produzieren können, wie das z. B. in den asiatischen Ländern möglich.
Doch mit den preisgünstigen Konsumgütern aus der ganzen Welt, wandern auch Insekten, Tiere und Krankheiten aus fernen Ländern ein, die zum Teil erheblichen Schaden anrichten.
Welche Änderungen finden wir im privaten Umfeld durch die Globalisierung?
Mit jeder erbrachten Leistung, muss man sich weltweit vergleichen lassen. Für solche teilweise sinnfreien und zweifelhaften Studien, wird viel Geld ausgegeben.
Schenkt man seiner Liebsten Blumen, muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, dass in anderen Ländern die Männer ihren Frauen viel mehr, viel schönere und viel öfter Blumen schenken.
So wird jede Besonderheit, die man für sich herausarbeitet immer dem Vergleich weltweiter Mitbewerber unterliegen.
Krisen in einer Beziehung werden kaum noch gemeinsam beseitigt, sondern einfach mit dem Beenden derselben aus der Welt geschafft, wohl wissend, dass da im Internet eine unerschöpfliche Auswahl an neuen potentiellen Partnern wartet. Weshalb also sollte man sich eigenen Problemen stellen? Wir leben auch hier bereits in einer "Wegwerfgesellschaft".
Wirbt man um eine Frau, sieht man plötzlich nicht nur weltweite Nebenbuhler, nein auch Handy, PC und Internet gehören bereits zur Konkurrenz. Telefoniert man mit ihr, macht Komplimente, schreibt sie nebenbei noch eine E-Mail an ihren Chat-Partner, an eine Freundin oder beantwortet Nachrichten in Spielen und Foren.
Bewirbt man sich für einen Job, reicht es schon lange nicht mehr aus, der Klassenbeste gewesen zu sein. Man muss sich auch hier gegen Mitbewerber aus anderen Städten und Ländern behaupten.
Die Kunst ein Bild malen zu können, wird ebenfalls durch die weltweite Anzahl anderer Künstler geschmälert.
Eine Erfindung beginnt mit einer Idee im Kopf und der sofortigen Recherche im Internet, ob nicht schon irgendwer auf der Welt die gleiche Idee hatte und bereits umsetzte.
Ein Mensch hebt sich kaum noch mit seinen Besonderheiten, seinem Wissen und seinen Fähigkeiten hervor. Er ist inzwischen nur noch einer von zig Milliarden mit gleichen Eigenschaften und geht in der Masse unter.
Auch die persönliche Kommunikation zwischen Menschen leidet unter der Globalisierung. Man kann kaum noch ein Gespräch führen, bei dem nicht irgendein Handy klingelt, das Gespräch unterbrochen wird und der Gesprächspartner sich dem Anrufer zuwendet.
Es ist nicht mehr möglich, stundenlang gemütlich mit Freunden über Gott und die Welt zu sprechen. Auch hier hat bereits nach wenigen Minuten das klingelnde Handy und der Anrufer Priorität. Oder es werden im Internet Informationen abgerufen, um die im Gespräch aufgestellte Behauptung zu prüfen. Unwichtig, ob man Recht hatte oder nicht, das Gespräch ist zerstört.
Es geht nicht mehr darum, ob man einem Menschen glaubt oder nicht, nicht darum, welche eigene Meinung er zu einem Thema hat, nein, es geht nur noch darum, ob dies weltweit die Meinung vieler ist, der man sich unkritisch anschließt.
Natürlich kann man die Globalisierung nicht mehr rückgängig machen und niemand von uns möchte wohl auf die vielen Vorteile verzichten, die sie mit sich bringt, aber der eigene intime Bereich sollte dabei nicht verloren gehen. Diese Entwicklung ist schleichend und man muss wachsam sein, bevor es zu spät ist, Gewohnheit sich breit gemacht hat.
Es muss kein geschäftlicher Anruf über das Handy entgegengenommen werden, wenn man mit jemandem beim Essen sitzt.
Man kann sich mit seinen Freunden unterhalten oder etwas spielen, anstatt Klingeltöne zu tauschen und mit dem neusten Handy anzugeben.
Man kann gemeinsam mit seinem Partner Zeit ohne Handy, PC und Internet verbringen.
Es reicht völlig aus, die Globalisierung dort für sich in Anspruch zu nehmen, wo sie wirklich nützlich ist und nicht das Privatleben negativ beeinflusst.
Die Entscheidung liegt bei dir!
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