Visionen
Die Zeit zwischen 1950 und 2050 nimmt eine Schlüsselposition in der Existenz der Menschen ein.
Was immer wie für Nostalgie für erachtenswert und für zukünftig möglich halten spielt sich in diesem Zeitraum ab.
Im Jahre 2000 warteten alle auf den Weltuntergang.
Und tatsächlich, im Jahre 2000 begann er auch. Nicht mit einem Knall, einer Katastrophe, einem Crash und auch nicht mit der Explosion der Sonne, nein, 2000 war der Point of no return – der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Schleichend und quälend wird die Welt wohl bis 2050 dem Ende zugehen.
Wenn wir nicht so intensiv damit beschäftigt wären unsere Umwelt zu zerstören, hätten wir diesen unrühmlichen Erfolg schon längst bemerkt.
Alle Warnungen der Wissenschaftler werden ignoriert, oder verharmlost. Keiner will es gewesen sein und keiner will für Abhilfe sorgen. Treu nach dem Motto der Amerikaner: Wenn auf der Luftverschmutzung nicht in großen Lettern Made in USA draufsteht, ist das nicht von uns!
Merken die noch was?
Aber wenn die Eisschollen der Arktis nicht direkt vor unserem Haus landen und wir nicht in unserem Wohnzimmer durch die Luftverschmutzung an Atemnot leiden und nicht direkt vom Kaffee durch die Wasserverschmutzung an Vergiftungserscheinungen leiden, merken wir das wohl nicht.
Muss denn erst das Badewasser mit Öllachen bedeckt sein, tote Fische im Spülwasser schwimmen, das Schlafzimmer durch einen Tornado verwüstet sein, das Kinderzimmer durch Hochwasser überflutet werden, erschlagene Robben im Hausflur liegen, damit wir etwas merken?
Solange das schlimmste Ereignis, was man sich vorstellen kann nicht die Zerstörung unserer Welt, sondern der Verlust unseres Handys ist, werden wir die einzigen Menschen sein, die den Weltuntergang live erleben dürfen. Und nicht nur das, wir haben ihn sogar gemeinsam herbeigeführt und alle dazu beigetragen, dass er schneller kommt, als wir die Robben schlachten und aussterben lassen können.
Und wenn er dann endlich da ist? Schämen wir uns dann unserer Taten und unterlassenen Hilfen? Oder rufen wir schnell noch jemanden an, oder schreiben ihm eine Email, um anderen schnell noch die Schuld dafür zu geben?
Es scheint wichtiger zu sein das Top Model und den Superstar zu ermitteln. Naja, dann haben wir wenigstens die Gewissheit, dass die Welt mit schönen Menschen, begleitet vom Gesang der Superstars und den Taschen voller Geld - untergeht.
Schöne arme Welt!
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